Montag, 27. Oktober 2014

Erweiterung statt Desillusionierung


Bin ich gerne in den Gruppen, in denen ich mich engagiere?


In diesem Artikel geht es um eine "Gruppe" in der ich mitarbeite oder einfach Mitglied bin. So ist es fast immer: anfangs ist man gerne dabei. Sonst hätte man sich nicht angeschlossen. Im Laufe der Zeit verändert sich "anschleichend" etwas. Das anfängliche Engagement rutscht irgendwie etwas ab. Man fühlt sich nicht mehr so ganz dabei.





Die offene Frage ist irgendwann: bleibe ich oder gehe ich.
  1. Wo stehen wir- wo stehe ich heute? Ich fühle mich unzufrieden in einer Gruppe
  2. Wo wollen wir hin: Ein Ziel ist zu wissen, bleibe ich in einer Gruppe oder gehe ich. Zu wissen warum ich bleibe ist wichtig - Für welche meiner Werte stehe ich ein, auch wenn andere nicht dasselbe denken oder tun
  3. Wie komme ich dahin? Erkennen wo ich stehe, herausbekommen was jetzt gut für mich ist- was will ich neu in den Blick nehmen. Was ist das, was mich antreibt, die Gruppendynamik oder das was mir wichtig ist.
  4. Warum lohnt es sich das Ziel zu erreichen- Wer tut, was er nicht will, lebt in einem Konflikt, schlimmsten Falls über Monate. Wer tut was er möchte, ist besser dran. Eine wichtige Erkenntnis ist: das kostet auch Mühe, lässt einen aber wachsen- das ist wiederum ein grooßes Geschenk



Wir alle sind in irgendwelchen Gruppen
: Vereine, Ausschüsse, Organisationen, Elternbeirat, Stadtrat, Flüchtlingshilfe, Kirchengruppen, Kirchenrat, Sportverein, Ausschuss für Hygiene im Krankenhaus- Das Team in dem man arbeitet- was auch immer.

Veränderungen im Laufe der Zeit: Tatsache ist, dass sich -beispielhaft -"ein Verein" im Laufe der Zeit verändert und ich auch. Es vollzieht sich oft ein Wechsel: zuerst schwimmt man in der Masse mit und macht die vorgegebenen Arbeiten in seinem Bereich. Dann entwickelt der eine oder andere ein neues Profil, das so wichtig ist für die gesamte Gruppe- aber nicht immer gleich seinen neuen Platz findet.

Einsam. Dieses Weiterentwickeln ist oft eine einsame Geschichte. Die Gruppe merkt es nicht und unterstützt auch nicht- das kann sie gar nicht. In diesem Moment kann das Gefühl kommen: "Und jetzt gehe ich." Die anderen verstehen mich nicht.

Erweiterung statt Desillusionierung: Wer geht, verpasst vielleicht einen inneren Erweiterungsschritt. Denn eine Gruppe braucht mutige, braucht stille Beobachter, die auch Dinge sehen können, die sonst kaum einer sieht. Das kommt vor: diese Personengruppe sichert auch schon mal das Überleben einer Gruppe.

Desillusionierung bringt Ernüchterung, ein Aufwachen, ein Stopp, oder auch einen Schock: Alles ist ganz anders als gedacht- Man hat auf etwas gebaut, dass ganz anders war als bis gerade noch gedacht. Vorwurf und Groll sind oft dabei- Desillusionierung macht die Schotten erst mal dicht- Selbstschutz ist angesagt.

Erweiterung bringt Frischluft. Die Spielwiese ist geöffnet und großzügig beim Austeilen. Wie ein plötzlicher Horizont mit vielen Möglichkeiten ist da. Will angeschaut werden und wirtkkt aufmunternd.
Was mache ich damit?

Anziehend: Das was ich zuerst sehe, wirkt anziehend und interessant. Es spricht mich an und beschäftigt mich. Es braucht alle meine Begabungen dazu. Die Aufgabe fällt mir leicht und ich habe Lust in meinem Bereich dazuzulernen.

Ohne Lobmotor. Ich kann nun arbeiten ohne auf das Lob der anderen warten zu müssen- so wie früher. Ich mache es gerne. Ich spüre Boden unter mir, der mich trägt. Ich merke ich will genau das tun was ich gerade tue.


Entfaltung: Jetzt wird es spannend. In dieser Phase ist plötzlich vieles möglich. Hörend arbeiten, auf das Bauchgefühl achten, bewahrt vor manchen überflüssigen. Einflussnehmen wollen ist nicht mehr wichtig. Die eigene Arbeit wirkt von alleine. Wer gibt, ohne Augen die immer wieder fragen "ist es gut-genug" wirkt anziehend. Geben ohne Groll, Geben ohne Vorwurf ist faszinierend -fällt auf.

Keinen Platz: Hat das alles jedoch keinen Platz in der Gruppe, bildet sich eine zunehmende Distanz und man geht. Egal, welche Fragen nun kommen, egal welche Vorwürfe oder Neid (der traut sich was- sollte ich auch?) Die Entscheidung bildet sich und klärt sich von Tag zu Tag.

Aufhören können ist auch ein Neubeginn und eine Riesenchance. Dahin gehen wo man wirklich gebraucht wird. Dahin gehen wo offene Türen sind.



 Systnurse grüßt- 






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