Sonntag, 14. Juli 2013

Endlich mal wirklich erholen, das geht vielleicht so:



So ist es doch oft: man ist völlig verbraucht vom: Schicht-Dienst, Arbeitstag, Unterrichten, Streife fahren,usw.- besonders - mal wieder in den Helferberufen. Und nach der Arbeit soll  man auch noch wissen, was einem gut tut. Etwas hilflos und unruhig sucht man nach etwas Süßem oder sonstigem, das einem gelüstet und bis Dato erfreut hat. Aber die Erholung kommt oft nicht. Einen Ausgleich suchen, bedeutet nicht nur: etwas außergewöhnlich Erholsames finden müssen.  




Es kann auch bedeuten, dass man einfach etwas völlig anders tut als vorher. Dann ist der Druck weg, sich jetzt und sofort erholen zu müssen- verzweifelt stellt man fest: es geht jetzt nicht. Es fällt einem Partout nichts ein, was man gerade brauchen könnte.

Tipp: Was steckt denn in meinem Körper an Botschaften drin? Der Körper speichert enorm viel ab- Achtsam mit sich umgehen ist automatisch da. Nein so ist es nun doch nicht!- Daher ist es eine gute Übung, in einer Atempause zu überlegen, was ich gerade im Körper brauche, wie sähe Eure Liste aus?
  • Habe ich müde Beine, vom ewigen rumlaufen
  • ist mein Nacken verspannt
  • ach bin ich einfach nur müde?
  • mein Gehirn will gar nix mehr denken müssen?

Bin ich den ganzen Vormittag nur gerannt, brauche ich nicht anfangen mit Fenster putzen. Habe ich den ganzen Vormittag an der Arbeit nur mit Organisation zu tun gehabt und fast nur gesessen, kommt mir das Spülen zu Hause vielleicht sogar ganz Recht. 


Beispiel: Ich bitte meine Familie oft, mich in der Küche mit meiner Arbeit allein zu lassen- Vorteil: keiner will etwas von mir. Für mich habe ich herausbekommen, dass ich mich recht gut erhole, wenn ich in meinem Tempo etwas tue und keiner mich stört- das kann auch Fenster putzen sein oder das Haus saugen.




Ich muss es selbst tun: "mich gut versorgen". Denn es gibt übrigens nie einen anderen, der mich versorgen müsste, keinen den ich verpflichten könnte mich zur inneren Erholung zu bringen- Der Vorwurf an ein unbekanntes Gegenüber lähmt nur und führt von der Erholung weg. 

Fazit: Ausgleich suchen und finden kann gelingen, wenn ich einen Gegenspieler suche, zur vorherigen Tätikeit. Egal, ob die neue Tätigkeit "angeblich" erholsam ist oder nicht. Was denkt mein Körper darüber was andere sagen- der Körper ist direkt ohne Umschweife, er jammert nicht, er redet Klartext:
> ich bin müde in den Beinen und will mich hinlegen
> ich bin überreizt vom Denken und brauche körperliche Arbeit, die stupide ist
> ich habe eintönige Arbeit hinter mir und brauche jetzt eine angenehme ansprechende Umgebung
> ich war an der Arbeit gut drauf, bin nun müde und esse jetzt etwas gesundes- als Dankeschön an meinen Körper

Nur zu, etwas mal anderes zu tun als immer, macht Sinn.
Systnurse grüüüßt 





Montag, 1. Juli 2013

15 Minuten am Tag reservieren für...



Wer kennt das nicht, dass man unzufrieden ist mit dem, was bis jetzt heute so rausgekommen ist?? Was macht man da am besten mit sich selber: "Sich in den Arm nehmen und mitfühlend sein.???" Oder?? "Eher, weiter wurschteln und irgendwie durch die Arbeitsflut hindurch- Beide Versionen sind ziemlich normal. Die Frage ist eher, kann ich mich entscheiden, oder bin ich routinemäßig in einer Schimpfhaltung - mir gegenüber?

Das kann man sofort rauskriegen:
In den Spiegel schauen und das eigene Gesicht verrät alles...ob ich gut mit mir umgehe, oder mich (grundlos?) schimpfe




Eine gute Seite gibt es doch...wenn etwas misslingt, dann liefert das Ärgern eine Menge Energie-Da gibt es ein tolles Buch: "Vom Sinn des Ärgerns"- Autorin Verena Kast. Also das Ärgern über die eigenen Fehler hat auch was Gutes- es ist Energie da, es noch ein mal zu probieren.

Manchmal ist der Schwung auch schon überreizt- Ich finde, dann hilft es nicht mehr, weiterhin aktiv zu sein. Vielleicht hilft dann das Mitgefühl mir selber gegenüber. Genau das ist nicht leicht- es hilft zum inneren Ausgleich zurück kommen- zu können.




Ich finde, diese 15 Minuten gehören auch in die Arbeitszeit im Job integriert . Auch hier bin ich für mich und andere erträglicher, wenn ich mir einen Zeitpuffer einbaue für Fehler -> Oh, weia das ist ja schwer- in der Praxis.

 Beispiel: Früher habe ich auf Intensivstation gearbeitet und eine einschneidende Erfahrung gemacht. Es war gerade ein internistischer Notfall. Die zuständige Ärztin bedrängte mich mit Aufgaben- ich ließ mich anstecken und machte beim Medikamente aufziehen einen - für mich-sofort ersichtlichen Fehler- der leicht zu korrigiereren war. Dann habe ich einen Gang runter geschaltet und einfach mitten im Chaos langsam gemacht- Dabei konnte ich schneller arbeiten- wie paradox.

Was sind Fehler eigentlich? Sie helfen mir zu mir zurück zukommen und etwas gewohntes plötzlich anders  machen zu können. Gar nicht so schlecht - Da findet ein Ausgleich statt. Achtsam mit sich umgehen, schenkt einen zeitlosen Raum. Das ist wiederum ein Geschenk, also eine Form des Nehmens. Vielleicht tut das Menschen gut, die in Helferberufen sind :-) und sehr viel geben.





Unter Helferberufe verstehe ich Krankenschwestern/ Pfleger, Ärzte, Lehrer, Polizisten, Erzieher, Sozialarbeiter, uvm. Freue mich über Ergänzungen im Kommentarfeld. Welche Berufe haben Leser dieses Blogs?

Geruhsame Systnursegrüße

                                                                                                                                                                                  Polizei Foto ist von pi.news