Dienstag, 19. Februar 2013

Weitergeben









Ein Beispiel dazu: Ich lasse die Kartoffeln auf dem Acker nicht gedeihen. Ich ernte sie nicht, ich transportiere sie nur vom Geschäft in meine Wohnung. Stöhne aber, dass ich sie kochen muss -  und die Kinder sagen: "Schon wieder Kartoffeln!"

Tatsächlich hat vielleicht der Vater des Bauern, den Hof an seinen Sohn weitergegeben. Der Sohn führt den Hof weiter und gibt nun an ein Lebensmittelunternehmen die Ernte weiter. Vielleicht kommt noch ein Zwischenhändler, der weitermacht und die Kartoffeln gewinnbringend verkauft. Dann komme ich und gehe ins Geschäft und trage die Kartoffeln weiter. Anschließend führe ich den Weg der Kartoffeln weiter bis zu dem Mund meiner Töchter und mir selbst. Mein Trick: Bei Pommes kriege ich regelmäßig ein "Oh suuper!"

Zusammenfassung: Also wie geht das jetzt das mit dem "Weitergeben"??? Ich bin nicht der Erfinder dessen, was ich benötige. Wer das mal im Alltag gefühlt hat, kann dann in eine gute Größe kommen- was nebenbei angenehm entspannt:-)



Eine gute Angewohnheit kann dieses Denken vertiefen: Vor dem Essen "Danke" sagen. Wem? Na allen, dem Bauer, dem Schöpfer, dem Zwischenhändler und meinem Mann der mit seinem Gehalt unsere Existenz sichert. Und wenn meine Kinder mir drei mal im Jahr "danke" sagen fürs Kochen - werd ich rot und denke: Habe ich jemals als Kind meiner Mutter "Danke" gesagt dafür, dass Sie mir Kartoffeln gekocht hat?

Grüße Systnurse

Samstag, 16. Februar 2013

Mal Täter- manchmal Opfer?

Ein Täter mit Freiheit- Ein Opfer das gefangen ist? So geht es manchmal Helfern, also uns... Die Geschichte mit dem Affen, der die Banane nicht loslässt und somit seine Freiheit verliert- ist wohl bekannt? 

Die Geschichte geht in etwa so: Jemand will den Affen fangen und legt in ein befestigtes Gefäß eine Banane. Der Affe greift hinein, um die Banane herauszuholen. Dabei bemerkt er nicht, dass nur seine leere Hand aus dem Gefäß mit dem engen Hals heraus kommen würde Sobald er die Banane aber im Gefäß in der Hand hält, ist der Eingang des Gefäßes einfach zu eng. Der Affe ist nun leicht einzufangen.

Würde der Affe die Hand öffnen wäre er frei- aber ohne Banane...manchmal gibt es die Freiheit nur für einem Preis, den man zahlt- auch wenn`s unangenehm ist. Was ist denn besser: die läppische Banane-oder die Freiheit.

In helfenden Berufen, ua. im Krankenhaus oder ambulante Pflege ist es oft ähnlich. Lasse ich Aufgaben oder Anforderungen an mich "los", bin ich frei mich zu bewegen. Natürlich muss ich gut überlegen, wann ich loslasse und wann ich Aufgaben erfülle. Erfülle ich jedoch nahezu alle Aufgaben ohne jemals "Halt, das mache ich jetzt nicht " zu sagen, ist irgendwann die Puste aus. Ich bin gefangen, gebunden an die Anforderungen und handlungsunfähig.



Unangenehm kann es werden, wenn ich Grenzen setze und ein Kollege mich zur Rechenschaft zieht. Dann erkläre ich meine Beweggründe und muss damit leben, dass ihm das nicht gefällt.

Die Opferrolle ist da einfacher. Damit meine ich: der, der gewöhnlich immer einspringt und für alle sichtbar Stress kompensieren will, verhält sich als Opfer. 

Der, der sagt: "Heute mit mir nicht",  ist in meiner Beschreibung hier der Täter und trägt auf eine andere Art besonders Verantwortung, die nicht jedem schmeckt. Zumal bestimmt jeder schon mal genau das beim anderen kritisiert hat. Es ist soweit ich das verstanden habe schwer, genau das zu tun, was man bei anderen regelmäßig kritisiert.

Hier einen Ausgleich zu finden erfüllt. Mal gebe ich mehr, mal der andere. Mal nehme ich mehr, mal der andere. Plötzlich setze ich Grenzen und Kollegen staunen- mit Respekt, dass jemand mal sein Helfermuster durchbricht.

Wie bleibe ich in Freiheit und handlungsfähig. Der Affe aus der Geschichte zeigt es. Gerade noch rechtzeitig lässt er los, leider ohne Banane. Ruckizucki verbirgt er sich im sicheren Busch. Nun wer hätte es gedacht, da wachsen auch Bananen, die man noch nicht mal klauen muss.

Grüße von Sytnurse