Donnerstag, 19. Dezember 2013

In der Hoffnung bleiben oder jetzt leben!


Hoffen
Jeder kennt das, man hofft heimlich, dass sich etwas ändert und zwar hoffentlich bald!!Wenn ich auf etwas hoffe, schaue ich in die Zukunft. Das hat Kraft.

Wenn ich jedoch beim Hoffen hängen bleibe: Tag für Tag, und die Erfüllung dieser einen bestimmten Hoffnung nicht kommt, kann es ziemlich hilfreich sein, endlich mal ehrlich zu schauen: Was erfüllt mich jetzt, in diesem Augenblick- was ist gerade jetzt für mich dabei-
 Sonst bleibt es dabei, dass man sich dauerhaft "eins in die Tasche lügt".

In diesem Artikel geht es um:
eine raffinierte Gedankenhilfe, die die Achtsamkeit wieder zu sich selber lenken kann. Sie kann wieder zum inneren Ausgleich führen, weg vom Ausgebrannt sein. Die Schieflage kommt häufig in Helferberufen- aber eigentlich kennt das jeder -


Huch wo ist meine Mitte?
Bin ganz außer mir. Was kann mir jetzt helfen?
Was hilft mir eigentlich, wenn ich nicht erfüllt bin, sondern fühlbar leer und ausgepowert? Oder was hilft mir, wenn ich ganztags restlos mit Hoffen beschäftigt- bis zum Abend-

Was kann helfen: Achtsamkeit-
Das ist eine gute Investition, die sich auf den ganzen Tag auswirken kann.
Vielleicht bin ich auch zu beschäftigt und kann gar nicht
Achtsam sein. Warum eigentlich? Auch im Flugzeug muss man im Ernstfall erst sich selber die Sauerstoffmaske anlegen, dann dem Kind.






1.wahrnehmen:
  • Okay ich bin aus meiner Mitte-
  • Ich bin mit vielen, vielen Aufgaben intensiv verbunden
  • aber nicht mit mir selber
  • Ich merke kaum dass ich Durst habe oder dass mir eigentlich zu warm oder zu kalt ist
2. Zustimmen
  • ach schau her, es ist mal wieder passiert
  • habe ich nicht gemerkt- so wird es sein
  • ich bin aus meiner Mitte

3. Überlegen was erfüllt mich
  • erfüllt mich gerade nur die Hoffnung auf etwas- Das ist ein kleiner unwirksamer Selbstbetrug
  • oder erfüllt mich eine innere Bestellung: "Ich brauche Erholung, aber dalli, ich kann nicht mehr- keiner hört`s- wie immer"


4. Wie bekomme ich heraus was mich erfüllt?
  • Selber auf den Weg machen, dass kann keiner für mich übernehmen
  • zumindest erfüllt mich gerade Sauerstoff
  • die Kalorien, die ich heute schon genommen habe
  • Licht das mich umgibt

5.  Ich will mehr als das was gerade da ist!
    • Das gibt es nicht
    • mehr wollen als da ist, ist wahrscheinlich anmaßend und steht uns Menschen wohl nicht zur Verfügung
    6. Danke sagen
    • Wenn nichts mehr geht: Danke sagen
    • Danke für alles, auch das was nicht willkommen ist

      Ich kann in der Hoffnung auf etwas superdolles bleiben
      oder in der Erfüllung leben- das ist gut und reicht- für jetzt
    Grüße, Systnurse




    Ps In der Hoffnung bleiben, oder in dem was mich erfüllt: 
    dieser Gedanke wurde entnommen aus einem 
    Buch von Bert Hellinger




    Mittwoch, 11. Dezember 2013

    Glaubenssätze


    Glaubenssätze


      • Wenn du immer so ......bist, kommst Du nicht weiter-
      • Wer einfach nur bei der Arbeit rum sitzt arbeitet nicht richtig
      • Frauen sind unberechenbar
      • Männer sind...
      • Du redest so viel Blech
      • Erst Gehirn einschalten und dann reden
      • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen



        Hier in diesem Artikel geht es um Glaubenssätze- Was sind Glaubenssätze und welche Wirkungen haben Sie?  Wer seine inneren Glaubenssätze "zu Gesicht" bekommen hat, hat vielleicht etwas Einfluss auf die Wirksamkeit. Das Gegenteil gibt es auch: Manche Glaubenssätze haben schon jahrelang eine gute bis sehr gute Auswirkung auf meine Art, wie ich Zum Beispiel an Dinge herangehe. Da bin ich froh, dass ich solche Eltern habe. Manche Glaubenssätze haben aber gar keine gute Wirkung. Wenn ich also aufzählen kann, was meine Glaubenssätze sind, kann vielleicht Veränderung kommen!

        Glaubenssätze brauchen Unterfütterung
        Bei Glaubenssätzen fehlt oft die innere Unterfütterung- Das bedeutet, die Glaubenssätze werden oft unbewusst (!) gelebt und gepflegt, aber das macht sie nicht alltagstauglich. Nun gibt es Glaubenssätze mit enorm guter Wirkung. Daneben gibt es aber eben auch die Glaubenssätze mit unguter Wirkung. Wenn Glaubenssätze endlich einmal bewusst am eigenen Leib gefühlt wurden, hat man die Chance einen Einfluss ausüben zu können. Und dabei entdeckt man auch den einen oder anderen guten Glaubenssatz. Er kann dann als Wert geachtet werden, man entdeckt, ach er nährt mich und tut mir einfach gut. Solche Glaubenssätze sind kostbar.

        Eine ungute Nebenwirkung kann sein, dass Glaubenssätze weil sie nämlich ohne Unterfütterung da stehen, Blockaden installieren konnten. Wichtige Schritte zur eigenen Entwicklung und kostbare Horizonte bleiben somit vielleicht unsichtbar.

        Was sind Glaubenssätze: Das sind zumeist Sätze aus der Kindheit. Sie werden gelebt, als wäre es Wahrheit. Doch sie haben diesen Test meist nicht machen dürfen. "Bist Du Teil einer Wahrheit oder nur ein Glaubenssatz? " Auf diese Idee muss man erst mal kommen- tief sitzende Wahrheiten aus der Familie zu hinterfragen. Dabei macht man dann die eine oder andere Entdeckung. Die Eltern, die die Glaubenssätze mit geprägt haben, sind auch nur Durchläufer innerhalb einer Generation. Sie haben das an ihre Kinder weiter gegeben, was zu diesem Zeitpunkt ging. Genau wie ich jetzt auch meinen Kindern gegenüber. 




        Glaubenssätze ändern- Wollen

        Glaubenssätze ändern- können

        Zudem kommt dann vielleicht ein Gefühl, als 
        verrate man die Familie, wenn man etwas plötzlich ganz anders macht- oder anders denkt. Meine Erfahrung ist, dass das auch einsam machen kann, wenn man etwas anders macht als sonst immer. Die anderen können nicht verstehen , warum einer plötzlich etwas anders macht. Es ist ja nicht verboten darüber auch ins Gespräch zu kommen und seine neuen Werte zu erklären. Geschieht das im Respekt, kann da was kostbares bei rauskommen.
        Letztendlich geht es ja um meine Mitte um das, was mich aus macht und was mit meiner inneren Haltung authentisch zusammen passt. Das ist auch eine Form von:"Erwachsen sein".

        Glaubenssätze im Alltag
        Hier wirken Sie, ob ich grad dran denke oder nicht. Das hilft mir und macht mich aus.
        Egal welche Glaubenssätze ich habe- ich bin im Alltag damit unterwegs.

        Tipp:
        Kennt Ihr Eure Glaubenssätze? macht doch mal eine Liste.
        Eine aufschlussreiche Idee kann sein, die Liste zu sortieren, was kommt von der Mutter und was vom Vater. Oder zu sortieren, was ist positiv und was negativ. Das ist auch eine gute Idee für einen adventlichen Abend mit dem Partner, der Freundin, dem guten Freund: Kostbare Zeit zu zweit!



        Beachte: 

        Gerade die negativen Glaubenssätze haben vielleicht eine starke Wirkung auf die eigene persönliche Entwicklung gehabt. Das hat in uns enorme Kräfte mobilisiert, die uns zu der Person haben werden lassen, die wir jetzt sind. 



        Liebe grüße Sytnurse 

        Ps. ein interessanter weiterer Blogartikel aus anderer Quelle: bitte hier klicken:


        Montag, 11. November 2013

        Aufstiegschancen sind da: Führungsspitze, Stationsleitung



        Macht macht glücklich und endlich un-(frei)- schade auch- die eigenen Vorsätze waren besser als alles, was man bisher gesehen hat- wirklich gute Ideen- doch so einfach ist das nicht: andere zu "Leiten"


        Hier in diesem Artikel geht es um den inneren Sog, selber auch (endlich) mitmischen zu wollen. Das hat wohl jeder schon erlebt: man beobachtet im Team Unstimmigkeiten. Für einen selber scheint es leicht, wie sich das Problem lösen ließe. Aber man ist in der verkehrten Position und kann nicht viel bewirken. Wäre man selber die Leitung, würde man manches anders und ( besser?) machen.

        Wichtiges Teammitglied
        Bis jetzt hatte jemand vielleicht nur innerhalb des Teams verpflichtende Aufgaben übernommen. Das ist vielleicht schon oft sehr gut gelaufen. Jetzt hat man doch Interesse aufzusteigen- Vielleicht Stationsleitung, oder zumindest vielleicht zuerst einen Praxisanleiter?


        Dieser Artikel ist für die, die gerne leiten, die viele eigene  Ideen schon umsetzen konnten. Oder für die, die schon oft ausgebremst wurden mit wichtigen guten Ideen und endlich mal selber die Chance zu leiten bekommen möchten, und eine eigene gut entwickelte Organisation vorstellen möchten-

        Bei den Großen dabei sein!
        Bei den Machern endlich mitmischen-
        Lust ist da, sich in etwas Großes einzumischen.
        Endlich das tun, was wirklich etwas Gutes bewegt.

        Ernüchternder Einstieg in die begehrte neue Position-
        Bei den "Großen" dabei zu sein macht nicht endlich "frei". Vielleicht sogar manchmal eher einsam als handlungsfähig. Verwundert kann es zu der Feststellung kommen, dass man doch nicht das umzusetzen kann, was man unbedingt wollte.
        Weiter "oben" spielt sich oft ganz anderes ab, wenn man denn endlich angekommen ist. Vielleicht ist jemand nun Stationsleitung, oder endlich Bereichsleiter, oder Pflegedienstleitung. Mir ist von mindestens zwei Personen bekannt, die erleben mussten,wie anderes- die Führungsposition in der Praxis ist.- -

               

        Tipps:

        Eigene Körperkraft: 
        Empörung und Hilflosigkeit mischen sich leicht in Ärger- was ja auch keinem hilft.
        Man kann sich viel ausdenken, aber das "Denken" ist nicht konform mit dem, was der eigene Körper leisten kann und mit dem was zB. heute "Wirklichkeit" ist.


        Was ist mir wirklich wichtig im Leben
        Zurück kommen zu der Frage: "Was ist mir wirklich wichtig im Leben?" Will ich etwas beweisen, oder etwas bewegen und auch die Folgen tragen. Was sich auch immer daraus entwickelt- ich trage die Folgen - das ist eine erwachsene Haltung, die viel Respekt nach sich ziehen kann-


        Viele Ideen fesseln 
        Wenn jemand viele Ideen hat, binden diese vielen Ideen die eigene Energie- und ziehen Kraft vom heute ab- dann ist vielleicht zu wenig Energie da für das "Jetzt". Aber genau jetzt braucht man mich- braucht ein System Führung- aufrichtig und achtend, sehend und eingreifend, ausgeglichen und mal mit Humor, klärend und mal großzügig- mit Blickkontakt:-)


        Wer leitet ist auch mal einsam
        Einsamkeit: Gleichzeitig ist hier ein Raum, mit einmaligem Potential-hier ist ein besonderes Wachstum möglich, klar der kostet einen Preis. Nirgend wo anders bekommt man so einen Rahmen, der in dieser Art persönliches Wachstum ermöglicht -Wenn´s gelingt- das merken dann alle.





        Wie wäre es noch im November 2013 mit einem Treffen von Aufsteigern oder Leitern, die gerade in dieser Phase sind? 

        Was ist das Thema:
        Thema wäre: sich auszutauschen, was die persönlichen Anliegen sind und
        dem gegenüber Lösungsansätze, die im systemischen Arbeiten gefunden werden können. Genaueres zum Thema: "Systemsiches " auf meiner Website

        Neugierig?
        Besteht Interesse? Gerne kann man das Kontaktformular auf meiner Website nutzen. Oder schickt mir einen Kommentar und unterhalb dieses Artikels!

        mail@beratunszeit-impulse.de


        Umsetzung:
        Wege das umzusetzen und miteinander Kontakt aufzunehmen gibt es viele. Ich habe Räumlichkeiten hier vor Ort: also  im Münchener Westen: 14 Minuten von Pasing entfernt oder eine Beratung per Skype oder Telefon ist natürlich auch möglich.

        Ist das gerade Eurer Thema? Dann schickt mir jetzt eine Mail- bitte beachten: begrenzte Teilnehmerzahl- Der Termin zu einem gemeinsamen Treffen ergibt sich aus den Anfragen. Einzelberatung ist auf Anfrage möglich.

        mail@beratungszeit-impulse.de
          liebe Grüße, Systnurse





        Dienstag, 22. Oktober 2013

        Hoher Gebendruck ist gut für?



        Hier in dem Artikel geht es ums "Geben müssen". Wenn also jemand immerzu in Situationen kommt, in denen er das Gefühlt hat helfen zu müssen. Also der Helfer fühlt sich nicht mehr wohl in seiner vielfach bewährten Rolle. Er möchte manchmal am liebsten aussteigen. Das ist nicht so einfach- oder doch?




        Es gibt einen ziemlich einfachen Weg, wie der "Gebendruck" uninteressant werden könnte.
        Aber nun erst mal von vorne erzählt: Wenn jemand schon viele Jahre geübt hat "Umsichtig zu geben" findet er Geben normal. Die Menschen in der persönlichen und beruflichen Umgebung verlassen sich auf einen, das fühlt sich gut und richtig an. Selbstverständlich ist man bereit seinen Teil innerhalb der Gruppe/ Familie zu leisten. Ein eingespieltes Team.
        Ich denke das ist für viele Jahre für einen selber auch sinnig und gut. Dadurch wird viel geleistet. Vieles wurde aufgebaut, was sich sehen lassen kann.
        Aufwachen, sehen, lassen können. Irgendwann kann es sein, dass ein innerliches Aufwachen kommt, das plötzlich richtig gut sehen kann: "So geht es auf  Dauer nicht mehr weiter." Was mache ich, wenn ich nicht mehr entscheiden kann ob ich gebe, sondern im Gruppendruck oder von mir selber aus "Geben muss", um meinen "Geber Platz" zu behalten? Das bis jetzt bewährte Muster ist nicht mehr gut für mich. Das zu erkennen ist ernüchternd und schafft Platz für Neues- puh-

        Achtsamkeit mit sich selber. Ist es nicht so: Wenn eine Sache aufhören "darf", braucht es vorher wohl eine neue Einsicht.
        Nehmen wir mal an, ich hätte diese Einsicht und der Druck wäre weg. Wie fühlt sich das an?
        Auf welchem Boden stehe ich dann? Wer schaut mich dann an?



        Die wichtigste Frage vor dem Helfen ist: Braucht mein Gegenüber mich überhaupt, braucht es jetzt und hier mein Geben. Vielleicht ist es viel, viel besser nicht zu geben, weil der andere auch gerade dabei ist innerlich zu wachsen  (er-wachsen, nicht illusionär kindlich: Mama versorgt mich schon) Fast kann man sagen: ein Helfer ist oft hinderlich, weil die anderen auch mal dran sind "Helfen " üben zu können?



        Das Zugucken, wie andere dann unbeholfen den eigenen alten Part übernehmen ist der Hammer. Das ist manchmal kaum auszuhalten. Das eigene Zurückhalten und das Zuschauen kann einen selbst innerlich zum beben bringen. Denn man weiß es besser, wie es geht…. Ui- jetzt schnappt die Falle zu. Denn die eigene Identität, dass man ein "sauberer" Helfer ist, knickt ein.



        Und jetzt kann Erleichterung kommen. Denn vielleicht kann man plötzlich den unbeholfenen Helfern in die Augen schauen. Weil jetzt die eigene hohe Geber Position verlassen werden konnte. Es ist auf eine gewisse Art ein Ausgleich da. Ach da schau her, jetzt hat man eine gute Größe, und (kann mit etwas Übung!!!....)ohne Mitleid ohne Absicht und nun ohne Frucht:  sogar dem der hilft, hilfreich zur Seite stehen, wenn der Chairos da ist:-)






        Es gibt ein schönes Bild von dem Chairos und Chronos.
        Der Chronos (Zeitspanne) hält zurück was er hat- ohne Frucht ohne Absicht und ohne Mitleid und wartet auf den guten Zeitpunkt (Chairos). Zugegebender Maßen kostet das umsichtige warten mehr, als das alte Muster.


        Hier, beim Chairos ist alles unvergleichlich anders. Von außen gesehen, hat jemand, der sich hier übt, Charisma und strahlt Reife aus. Es ist jemand der warten kann mit dem Geben, jemand der es aushält alleine zu sein, der sehen kann, wer nimmt eigentlich von mir? Ist das nicht kostbar? Von so jemand würde ich übrigens auch gerne etwas nehmen. Da ist kein Druck, da ist- ach ist das vielleicht: „Liebe ohne Anspruch“- Da fühlt man sich gleich zu Hause.

        Und was ist nun der einfache Weg, wie der "Gebendruck" an Interessantheit verliert. Der eigenen Geschichte zustimmen, ohne Furcht ohne Absicht, ohne MitleidEine Zeitlang habe ich viel, vielleicht auch mal zu viel gegeben, so war`s. Ein spannender Weg liegt vor einem:"In die eigene, gewöhnliche, Helfer-Größe hineinschrumpfen. Und dabei innerlich wachsen= Reife."

        Systnurs grüßt!

        Sonntag, 20. Oktober 2013

        Innere Leere nach intensiven Geben

        Die Bildershow beginnt mit "Gerne geben"
        Buchempfehlung zum Thema ganz unten.




        Hier in diesem Artikel geht es um`s Geben und Nehmen. Jahrelang hat jemand gerne mitgearbeitet: Im Ehrenamt, Beruf oder innerhalb einer Beziehung viel und gerne gegeben. Überraschend gibt es oft plötzlich eine Unterbrechung. Keiner kann gleich sagen, was die Ursache ist. Plötzlich geht es nicht mehr, dass man wie gewohnt gibt. Was ist nur passiert. Die Person die immer gegeben hat, versucht wahrscheinlich ziemlich schnell, genau das heraus zu bekommen: Wer oder was hat Schuld, dass nichts mehr ist wie vorher.


        Drei Beispiele dazu:

         1. Da arbeitet jemand intensiv im 'Ehrenamtlichen Bereich. Es macht Spaß und viele Jahre ist es ein fröhliches Geben und Nehmen. Alles passt. Beide Seiten sind zufrieden: Der Mitarbeiter und der Vorstand.
        Oder

        2. Da ist jemand in einer Firma oder im Krankenhaus und bringt sich mit Engagement ein. Man kann es auch begabungsorientiertes Arbeiten nennen... Eine Lange Zeit ist alles stimmig. Das Gehalt und die Wertschätzung der Kollegen sind da. Alles passt. Beide Seiten kommen gut miteinander klar: Der Angestellte und der Abteilungsleiter. Die Schwester/ Pfleger und die Kollegen.



        Oder

        3. Eine langjährige Beziehung ist für beide Partner erfüllend. Es gibt ein gewöhnliches Auf und Ab. Die Beziehung wirkt auch auf die Freude stabil und lebendig. Man hat das Gefühl, die beiden passen richtig gut zusammen. Alles passt soweit. Die Frau fühlt sich genügend vom Mann gesehen und wertgeschätzt und der Mann fühlt sich wohl in der Nähe der Frau und er weiß dass Sie gutes über ihn redet.

        Wenn das Geben und Nehmen im Ausgleich ist, geht es beiden Seiten gut. Manchmal gibt die eine Seite mehr, mal die andere. Mal die eine Weniger, mal die andere. Doch insgesamt ist es in Balance.
        Aus unerfindlichen Gründen kann es plötzlich eine Unterbrechung geben. Nichts ist mehr wie vorher. Manchmal merkt es zuerst nur die eine Seite. Und es tut weh, wenn die andere Seite es tagelang oder länger nicht merkt.
        Außen noch normal tun und innen geht es einem schlecht. Die Ursachensuche wird aktiviert, sie soll Licht in das Wirrwarr zu bringen. Draußen merkt es noch keiner so richtig. Was hilft jetzt? Solange der Schmerz da ist, dass man nicht gesehen wird, ist man gebunden an Vorwürfe. Das belastet mich und den anderen. Man bedenke, die Ursache ist vielleicht noch gar nicht sichtbar. Klar ist weiterhin, dass es das alte Geben und Nehmen Muster nicht mehr gibt.
        Wenn das was ich ( all die Jahre) beim anderen gelassen habe, wieder in mich hineinnehme, ist der andere frei.
        Durch nehmen mit Liebe, gewinne ich diese Freiheit wieder. Mein Herz, das ich in dieser Sache gelassen habe, nehme ich wieder zurück- durch Nehmen mit Liebe. Die vielen Dinge, die durch mich schon eine Wirkung in dieser Sache hatten, gehen ohne mich weiter. Auch wenn wiederum gewisse Sachen nicht ohne mich weitergehen, mein ständiger Bezug löst sich langsam auf. Das tut weh und kostet oft noch mehr, als wenn ich im Schmerz weitermachen würde. Das ist etwas verrückt, dass ein vertrauter Schmerz irgendwie anziehender ist, als die Veränderung. Jeder kennt das: Alte Muster fühlen sich besser an als die Veränderung.

        Das was mit Liebe gegeben wurde wird ein Teil von mir.


        Beide Seiten sind nun frei- Der andere braucht von den ganzen Nöten gar nichts zu wissen- Das, was man selber im Herzen bewegt, hat mit dem anderen nichts zu tun(!!)  Die Veränderung hat aber sofort Auswirkungen- von selber: ohne Vorwurf ohne Mitleid und ohne Absicht. Puh, das ist eine enorme Herausforderung. Wer kann`s?

        Ein offener Blick hat wunderbar weitende Wirkungen. Mensch das tut gut. Wichtig ist noch anzumerken, dass so ein Prozess schon mal Monate dauern kann. Was nicht lange ist. Die Seele schlendert, man kann da nichts beschleunigen. Was man machen kann: losgehen- oder auch mal nichts tun und erst mal einen Schutzmantel anziehen.


         Es kann auch sein, dass der andere nie von diesem Prozess etwas merkt. Das ist schwer, weil der Wunsch nach Anhörung übermäßig groß sein kann. Wenn die Versuchung zu groß ist und man doch ein Gespräch sucht, ist der Ausgang oft nicht befriedigend. 
        Wenn mein loslassen gelingt, werde ich zugleich von dem anderen frei und die anderen werden frei von mir.

        Systnurse: Liebe Grüße! 

        Ps: Dazu eine Buchempfehlung: "Ordnungen des Helfens". Obiger Artikel lehnt sich an den Absatz: "Zwischenbetrachtung. Die weite Seele" Seite 68. Wer über den folgenden Link (Bild unten) bestellt, und vielleicht alle Bestellungen über diesen Blog tätigt tut etwas gutes. Weitere Infos hier:

        Donnerstag, 19. September 2013

        Nehmen und Geben macht lebendig

        Ich beziehe mich auf den vorherigen Artikel:
        Vom Alptraum - Muster kurz aufgewacht

        Wo schaue ich eigentlich hin? Wo ist mein Focus, wenn ich arbeite. Ganz bei mir, bei meinen Bedürfnissen- weil ich müde und genervt bin. Dann geht die Zeit kaum rum, trotz Arbeit. Man will wieder nach Hause und seine Ruhe haben. Oder nur draußen außerhalb meines Körpers, weil die Arbeiten sich überschlagen, es ist über die Maßen viel zu tun.
        Wissen, wo bin ich gerade mit meiner Wahrnehmung macht Handlungsfähig, Angela Krüger


        Die gewöhnlichen Tage werden manchmal übersehen, hier liegt die Chance zu handeln und nicht nur zu funktionieren. An so einem Tag hatte ich das Erlebnis im vorherigen Artikel. An normalen Tagen kann man sich mal etwas Zeit nehmen. Vielleicht kommt etwas freundliches auf einen zu, eine kostbare Begegnung. Dann bin ich überrascht, und kann erfüllt nach Hause gehen.

        ...ist das nicht ein schönes hin und her?
        • NEHMEN: Von sehr vielen Vorbildern habe ich genommen
        • WahrNEHMEN. Im Krankenhaus kann ich manchmal ahnen, welches Potential in Patienten versteckt ist
        • GEBEN: Die Patienten fordern ganz schön etwas von mir: zB. Rhythmisches Stöhnen macht mich auf Dauer etwas kirre und nimmt mir viel Konzentration
        • GEBEN:Gerade das mobilisiert bei mir kreative Kräfte
        • OHNE ANSPRUCH: Mir ist bewusst, dass jede Kontaktaufnahme ohne Absicht sein muss, ohne Mitleid, ohne Angst
        • GEBEN: Ein Versuch ist es immer Wert mal anzukopfen, und zu fragen, ob jemand mit mir Kontakt aufnehmen möchte- ein Patient der sich bis jetzt zurückgezogen hatte und nicht mit uns redet
        • GEBEN: Ein kleinster Hinweis eines Patienten kann genügen, und ich biete was ich gerade an Ideen habe-ohne Anspruch
        • NEHMEN und GEBEN: eigentlich ist es doch so, dass endlich " Liebe fließen kann"?! im bewegtem hin und her.
        • NEHMEN und GEBEN: das ist Beziehung, das ist kleines Glück
        • GEBEN: Authentisch sein, klar sein, höflich sein
        • GEBEN:Gutes über den andren reden
        • WeiterGEBEN: anderen von dem Erlebnis weitersagen
        • NEHMEN und GEBEN: untereinander Teilen-weitererzählen, was ich gutes genommen habe
        Mir passieren solche Begegnungen auch nur hin und wieder. Nicht dass jemand denkt, wenn man die Einstellung und Wahrnehmung ändert ist man satt von idealen Patientenbegegnungen. Jeder hat eine Fülle von kleinen und großen Erlebnissen mit Patienten/ Klienten/ Kunden/ Schülern/vielen unterschiedlichsten Menschen... Es gibt auf diesem Blog nun einen neuen Button: "Teilen".


        Wer lernt und dann wieder weitergibt, was er gelernt hat wird reich! Angela Krüger



        Wenn ich den Blog schreibe und Ihr lest, ist das Teilen. Nun, weil nicht jeder einen Blog hat, lasst uns doch unsere Erlebnisse teilen. Ein einfacher unkomplizierter Weg! Schreibt mir eine Info im Kommentarfeld und Ihr bekommt meine E Mail Adresse, dann kann ich Euer Erlebnis hier veröffentlichen. Warum? Weil teilen auch eine Form ist zu Geben und eine schöne Art lebendig zu sein.
        Freundlich grüßt Systnurse

        Montag, 16. September 2013

        Vom Alptraum - Muster kurz aufgewacht

        Was berührt uns als Helfer beim Helfen? Was macht uns weit? Wann ist das zuletzt passiert? Was macht uns plötzlich hellwach? - Wenn mir so ein besonderes Erlebnis, das mich berührt passiert, bin ich irgendwie erleichtert: Ich spüre wieder: "Ja, das ist meine Berufung. Ohne diese Erlebnisse wäre ich nicht mehr in diesem Beruf." Mir geht das übrigens mit meinem Glauben an Gott auch so: Ich hätte wohl keinen Bezug mehr zu Gott, wenn ich da nicht immer wieder er-le-ben würde, dass Glaube aktuell in meinem Leben aufblinkt.

        Jede Beziehung ist darauf angewiesen, dass sich abwechselnd der eine oder andere aufmacht und sagt: "Ja Du hast einen Platz bei mir. Ich gebe Dir was- und ich nehme gerne von Dir". Dieser Ausgleich ist ein wahres Geschenk und nicht einzufordern.

        Beziehung bedeutet ja: ein Nehmen und Geben auf beiden Seiten. Gibt nur noch der eine oder andere ist es keine Beziehung mehr.

        Nehmen und Geben ist nicht linear
        In unserem Beruf ist das Nehmen und Geben auf unglaublich viele Menschen verteilt. Der Wechsel von Nehmen und Geben ist auch nicht linear an das Gegenüber gebunden, dem ich gerade etwas gegeben habe. Es ist ein scheinbar ganz wirres Durcheinander. Und doch kommt das Nehmen und Geben oft genau pünktlich. Im Folgenden Beispiel habe ich ins "ungewisse" gegeben und dann satt genommen.

        Beispiel:
        Eine ältere Patientin liegt mit Beckenringfraktur als Pflegefall um Bett. Als ich sie bei der Bereichspflege übernehme höre ich schon, dass sie überwiegend stöhnt. Dann sagt die Nachbarin, dass sie schon tagelang kaum geschlafen hat, da auch nachts kaum mal Ruhe ist. Ich lese im Pflegebericht, dass die Nachtwache auch an ihre Grenze gekommen ist, da man die Patientin kaum dazu bewegen kann für eine gewisse Zeit leise zu sein. Übrigens hat sie natürlich auch Grund für Schmerzen, sie ist jedoch gut mit Schmerzmedikamente abgedeckt, sodass auch Schmerzfreie Zonen da sein müssen.

        Die Patienten GIBT ohne Ende
        ...ihre Töne, und keiner braucht sie.
        Wir möchten Ihr Essen, Gespräch und Zuwendung GEBEN
        ...und sie nimmt einfach nicht. Das frustriert-beide Seiten- Die Patienten hat kaum Lebensqualität- eher einen Alptraum, aus dem sie deutlich sichtbar nicht rauskommt. Wer in dieses Zimmer geht muss sich kurz wappnen um ruhig bleiben zu können und um genügend Geduld zu haben.



        Mir fiel dann auf, dass sie wohl ein Muster entwickelt hat, zu stöhnen. Übrigens hat sie fast immer die Augen zu und ist somit auch visuell schwer zu erreichen. Sie hört auch nicht auf zu stöhnen wenn man mit ihr redet, aber ich bekam heraus, dass sie genau  versteht, was man sagt. Also unterhielt ich mich während der Körperpflege mit ihr (sie stöhnte weiter) und fragte einfach mal, ob sie einen Beruf gelernt hätte. Sie antwortete fast empört, ja, sie ist Lehrerin. Jetzt war ich überrascht, wie klar sie ist. Das konnte man vorher gar nicht ahnen.


         Nun hatte ich  einen anderen Zugang zu ihr. Ich fragte nach den Unterrichtsfächern und sie sagte, sie hätte fast alles unterrichtet. Also fragte ich ob sie ( Ich bitte den Leser dieses Blogs jetzt nicht zu lachen!), also ob sie die Edelgase, aus dem Chemieunterreicht, noch kennt. Man staune: gemeinsam sagten wir sie runter: Neon, Helium, Argon, Krypton, Xenon, Radon. Ui, was für eine Wende. Ich gab ihr die Aufgabe sich ein Lied zu überlegen, dass wir  ( wieder nicht lachen- oder macht ihr das auch?) gemeinsam beim nächsten mal singen könnten. Ich zählte ein paar Volkslieder auf.

        Beim nächsten Treffen mit Lagewechsel fragte ich nach einem Lied. Plötzlich sang sie ein Segenslied: "Sei behütet auf Wegen" Ich kenne das Lied nicht, aber sie hatte nun das stöhnen tatsächlich gegen Singen eingetauscht. Dann kam später ein Arzt und stellte fest, dass die Patientin derart wach und anders ist- (still habe ich mich natürlich gefreut, dass es auch andere sehen können) Darauf ging ich noch mal ins Zimmer und siehe da: beide Augen waren freiwillig auf und sie sah mich und nahm das erste mal meinen Blick in dem sie mir in die Augen schaute. Mensch das hat mich berührt. Plötzlich war da ein ganzer Mensch.

        Wie lange hält so eine Wende wohl an? Ihr habt sicher Eure eigenen Erfahrungen. Oft kippt bei einem Schichtwechsel so ein aufflackerndes Bewusstsein wieder zurück in das alte Muster. Ehrlich gesagt ist es nicht wichtig wie lange, sondern "ob" und "ob immer wieder mal" jemand auftaucht. Sichtbar war für mich und andere, da hat jemand für ein paar Stunden, etwas mehr Lebensqualität gehabt - als vorher.

        Unsere Stimme, unsere Hände und unsere Augen sind so ein kostbarer Weg zu geben.Schreibt Eure eigene Geschichte!

        Dankbarer Gruß: Systnurse