Dienstag, 27. März 2012

10. Den Sinn des Ungehorsams kennen









Der zehnte Tipp:

         Den Sinn des Ungehorsams kennen und
  anwenden können, das bedeutet:
  sich und andern Grenzen setzen

   Wer sich und anderen Grenzen setzt kann sich entfalten. In diesem letzten und zehnten Tipp geht
   es ums Grenzen setzen zwischen

Pflegepersonal < >  Arbeit
Pflegepersonal < > Kollegen
Pflegepersonal  < > Patient
                     ? < > ?
Ganz allgemein betrachtet kann der eine Mensch gut Grenzen setzen. Eine andere Sorte Menschen  fürchten sich davor Grenzen zu setzen, weil sie es vielleicht  selber schlecht aushalten können, wenn ihnen eine Grenze vorgesetzt wird? Grenzen setzen schafft gewöhnlich keine Fans. Ich muss mein Verhalten ändern, wenn mir jemand ein Grenze setzt. Vielleicht muss ich selber mehr tun als vorher, wer mag das schon.
Wer Grenzen setzt, sagt: bis hier her und nicht weiter.
Begrenzung hat auch etwas gutes, hilfreiches: Bezogen auf unseren Beruf: Ein Beispiel dazu: Immer wieder mal müssen wir Patienten begrenzen, weil sie fremd- oder eigengefährdet sind. Für beide Seiten eine unangenehme Situation. Trotzdem ist es in diesem Fall die Beste Art zu Helfen.
Was passiert, wenn jemand grenzenlos hilft? Er kann nach gewisser Zeit selber hilflos werden? Wer hilft dem großzügigen Helfer? Man könnte meinen, dass die Personen, die den großzügigen Helfer gut kennen und viel von ihm genommen haben, sofort zur Stelle sind und sich kümmern, um den, der viel gegeben hat. Dummer Weise bekommt der Helfer, wenn er Hilfe von anderen braucht selten Hilfe angeboten. Dass kann fatal sein.
Vor Eurem inneren Auge habt ihr bestimmt schon eine Euch bekannte Person, die viel, gibt. Vielleicht seid Ihr es selber? Witziger Weise wirkt der hilfreich Gebende manchmal eher unheimlich, anstatt hilfreich. Wie kommt das?


Überlegungen:
> Eine Ursache könnte sein, dass der Gebende ohne Worte sagt: "Nimm, ich will nichts dafür". Was passiert  danach? Andere nehmen vielleicht hemmungslos und sehen nicht, dass der Helfende auch einen Preis für das Helfen zahlt. Das ist Stress für den Helfenden. Er fühlt das Ungleichgewicht: er hat viel geholfen und natürlich einem Preis gezahlt =aber er hat wenig, zu wenig- genommen, eine Wertschätzung hat gefehlt. Hier ist dann kein Ausgleich, sondern Schieflage.
> Grenzen setzen kostet auch einen Preis. Wie reguliert sich die Entscheidung: "Helfe ich sehr viel, oder helfe ich normal= gewöhnlich, oder helfe ich ein wenig, oder helfe ich bis zu einer festgelegten Grenze? Wie reguliert Ihr das? Wo ist Eure gute Grenze?
> "Ungebeten Helfen" schmeckt manchmal nach einiger Zeit fahl. Es kommt vor, dass einer voll Enthusiasmus hilft, und nicht merkt, dass er um diese Hilfe gar nicht gebeten wurde. Keiner traut sich dem Helfenden zu stoppen: er sieht so glücklich beim Helfen aus. Nach einiger Zeit fühlt sich der Helfer einsam, weil keiner wirklich nimmt, was er gibt. Zum Schluss kommt der Text der anderen: "Wir hatten Dich nicht gebeten zu helfen". Das tut sehr weh.

Schlussgedanken:
Version 1.Grenzen setzen kostet etwas, für beide Seiten.
1. Mut für den der sie setzt
2. Der, der die Grenzen abbekommt, muss die Folgen tragen, das wird er verkraften :-)
Version 2 Grenzenlos Helfen hat auch seinen Preis, der Körper zeigt das immer, nach Tagen oder Jahren...
 

Es ist noch zu bedenken: jeder hat seine Geschichte und Prägunggen und kann nicht einfach morgen alles anders machen. Behutsam neues probieren kann ein erster Schritt sein.
Manchmal bekommt ein " Viel-Ständig- Helfer" großen Respekt, wenn er -endlich-sagt: "Leute, heute ist hier meine Grenze, soweit habe ich geholfen, nun mehr mache ich nicht".
Unten ist eine Buchempfehlung: Ungehorsam- Eine Überlebensstrategie. Im Buch geht es darum hinzuschauen, wo Grenzen verletzt werden. Im speziellen, zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das Buch ist im Schwerpunkt für Erzieher und andere Therapeuten. Ich bin Krankenschwester und konnte trotzdem eine Menge wirklich Neues erfahren: übers: Grenzen setzen.

Systnurse-Grüße

Info zum Bucheinkauf über den Link: oben in der Menüleiste:" Guter Zweck"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen