Donnerstag, 8. September 2011

Helfen und Heilen




                                                                                berggeist pixelio.de
Helfen und Heilen. Das ist ein wunderbares Thema für einen Beruf.
Ich bin weiterhin sehr zufrieden mit meiner Berufswahl. In der Praxis kommen aber  für uns  in den helfenden Berufen verwirrende Eindrücke:
Wenn ich arbeite habe ich oft Zeitnot.
Das bedeutet ich möchte Helfen und Heilung fördern - und habe einfach oft keine Zeit dazu. Das ist verrückt. Da ist etwas v e r r ü c k t. 
Eine wichtige Voraussetzung zum Arbeiten am Menschen ist: Zeit. 
Die fehlt oft und bereitet eine verunsichernde Diskrepanz, hinterlässt Hilflosigkeit und macht einsam? Wichtige Anmerkung, nicht jeden Tag habe ich Zeitnot.
Das Krankenhaus ist ein Unternehmen, das nicht nur kranken Menschen helfen möchte und ihnen Heilung Ihrer Krankheits-Probleme wünscht. Es muss auch wirtschaftlich arbeiten. Auch wenn nicht oft darüber geredet wird: auch das Personal freut sich, wenn das Unternehmen: „Krankenhaus“ Gewinn einfährt. Das sichert nämlich mein Gehalt, das ich brauche.

                                                                                                                                               


Trotzdem passiert es, dass das Ganze:
                                                                    conny lechner pixelio
Geben : von Zeit und Arbeitsenergie und
Nehmen: vom Gehalt, in eine unausgeglichene Richtung kippt.

Eine Ursache ist wohl die Personalknappheit, die Zeitnot beim Arbeiten mit sich bringt. Zudem bleiben der Patient und das Personal auf der Strecke: nicht genügend Zeit ist da für die Arbeit, die ansteht.

Ein Beispiel zum Dilemma Zeitnot: ein Gärtner hat gelernt, welchen speziellen Dünger welche einzelne Pflanze braucht. Er kann aber aus Zeitnot nicht sein Wissen umsetzen. Obwohl er sieht, dass der Pflanze etwas fehlt, muss er aus Zeitnot auf das Pflegen der Pflanze verzichten. Puh, das kostet etwas, zu verzichten.

So ähnlich fühle ich mich oft an der Arbeit. 



Oft muss ich = Das bedeutet: etwas geschieht mit mir. 

  • verzichten etwas zu tun
  • verzichten mit dem Patienten zu reden
  • verzichten etwas zu trinken                          
  • verzichten auf pflegerische Maßnahmen
  • verzichten auf einen liebevollen Blick

Und das macht mich = Reaktion in mir

  • ärgerlich
  • traurig
  • hilflos
  • resigniert
  • nach einer Lösung suchend

Aber ich kann= handlungsfähig sein/ empfangend

  • gerne geben, wenn ich Zeit habe
  • den liebevollen Blick nehmen, wenn ich hinschaue
  • trinken und mich dazu hinsetzen, weil ich mir Zeit nehme
  • mit einem Patienten reden, weil ich es spüre jetzt ist es dran, etwas anzusprechen
  • dem Kollegen Danke sagen, weil er mir geholfen hat

Eine Frage, die ich mir stelle: In welchen der drei obengenannten Bereiche halte ich mich überwiegend auf? Schimpfend, fühlend oder handelnd und empfangend.
Ich gebe zu, dass mir  Schimpfen nicht gut tut. Meinem Kopf und meinem Körper

Ich kann entscheiden. 

Zeitnot hat nicht so viel Kraft, dass ich gar nicht mehr entscheiden könnte.

Ich will es mal ausprobieren, ob ich es lassen kann, das schimpfen, für mich.

Dadurch bleibe ich gesund und meinen Kollegen geht es gut und den Patienten kann ich Hilfe anbieten und Heilung kann kommen.
Manchmal ist mir das Umsetzen gar nicht gelungen. Manchmal schon- Danke-




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